1917 bis heute — über 90 Jahre Schleuderguss in Wetzlar

Ein duktiles Gussrohr entsteht

Seit über 90 Jahren werden bei Duktus Gussrohre im Schleudergussverfahren hergestellt — eine lange Tradition und hohes Fachwissen lassen hier Qualitätsprodukte entstehen. Die technisch einwandfreie Nutzung ist für über 100 Jahre sichergestellt.

Beim ersten Prozessschritt werden im Kupolofen verschiedene Schrottsorten gemischt und bei bis zu 2000 °C geschmolzen. Die chemische Analyse wird anschließend exakt eingestellt, so dass die hohen Ansprüche an die Werkstoffeigenschaften sicher erreicht werden. In der vonRoll Gruppe wird für die Gussrohrherstellung generell kein Roheisen verwendet. Dadurch ergibt sich eine um ca. 65 % geringere CO2-Emission, da nicht auch noch Eisenerz erschmolzen werden muss. Dies ist ein Recyclingprozess, der seinen Namen zu Recht trägt, da keine Einschränkungen bei der erreichbaren Qualität vorliegen.

 

Schaubild Kupolofen

Schrott als Rohstoff bei der Herstellung und sehr lange Nutzungsdauern machen duktile Gussrohre von Duktus besonders nachhaltig. Damit wird unserem Anspruch an ein sehr umweltfreundlichen Produkt, welches natürlich auch selbst zu 100 % recycled werden kann, Rechnung getragen.

Bei der nun folgenden Magnesiumbehandlung im Konverterverfahren wird die Grundlage für die Duktilität der Rohre gelegt. Früher galt Gusseisen (Grauguss mit lamellarem Graphit) als spröde. Durch die Umwandlung der Lamellen zu Graphit-Kugeln wird das Material jedoch biegsam wie Stahl.

Die Schmelze wird nun in drehende Dauerformen, sogenannte Kokillen, vergossen und durch die intensive Kühlung mit Wasser erstarren die 6 m-langen Rohre in wenigen Sekunden. Dieser Schleuderguss-Prozess ist das sogenannte De-Lavaud-Verfahren.

 

Schema Schleuderguss

 

Die schnelle Abkühlung der Rohre führt zu einem sehr harten Gefüge an der Oberfläche, so dass anschließend noch ein „Weichglühen“ bei ca. 950 °C in einem 50 m langen Durchlaufofen erfolgen muss.

Um die Rohre lebenslang vor Korrosion zu schützen, erfolgt nun eine Verzinkung der Außenseite mit Zink oder einer Zink-Aluminium Legierung. Mit dieser Methode werden heute auch Bleche für den Automobilbereich erfolgreich geschützt.

100 % Qualität hat bei Duktus erste Priorität, daher erfolgen anschließend verschiedene Prüfschritte, um Werkstoffeigenschaften und Maßhaltigkeit sicher zu stellen und natürlich wird jedes Rohr mit bis zu 50 bar auf Dichtheit untersucht — sicher ist sicher.

Im weiteren Verlauf bekommen Rohre mit BLS®-Verbindung eine Schweißraupe am Spitzende, so dass durch Verwendung der Halteriegel beim späteren Installieren eine längskraftschlüssige Verbindung erzeugt wird.
Um das Trinkwasser sicher bei einwandfreier Lebensmittel-Qualität transportieren zu können, erhalten alle Rohre eine Zementmörtel-Auskleidung (ZMA). Dies erfolgt im Verfahren I nach DIN 2880.
Nun fehlt lediglich noch die Außenbeschichtung. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Den Standard stellt eine Epoxidharz-Deckbeschichtung dar.

Alternativ kann aber auch eine Zementmörtel-Umhüllung auf das verzinkte Rohr aufgebracht werden. Rohre mit dieser sogenannten ZMU können später in Bettungsmaterial mit einem Größtkorn von bis zu 100 mm, in Böden beliebiger Agressivität oder grabenlos eingebaut werden. Weiterhin bedingt die ZMU eine Verlängerung der zu erwartenden technischen Nutzungsdauer auf bis zu 140 Jahre.

So entstehen seit Jahren Spitzenprodukte aus dem Hause Duktus.

Damit die Produkte eindeutig erkannt werden können und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet ist, erfolgt im letzten Schritt noch eine Beschriftung der Rohre. Der Auslieferung steht nun nichts mehr im Wege.

Unser Know-How für Ihre Produkte. Sie können sich auf uns verlassen.

Schema Rohrherstellung

 

Schema Rohrherstellung

 

Unser Video "Wie entsteht ein Gussrohr"

Wie entsteht ein Gussrohr?

Das Duktus Werk in Wetzlar